Skandale und Stars: Prominente als Werbegesichter für illegale Online-Casinos

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Skandale und Stars: Prominente als Werbegesichter für illegale Online-Casinos

News (2 / 1) 14.12.2023 10:00 / Simo


Die Ermittler werfen dem Provokateur vor, er habe insgesamt 51-mal an illegalen Glücksspielen teilgenommen. In 37 Fällen hat er dabei auch Werbung auf den von ihm betriebenen Kanälen auf Twitch gemacht.

In solchen Fällen geht es jedoch nicht immer „nur“ um Geld. Das Werben für illegale Glücksspiel-Anbieter, die ihr Business in Deutschland ohne Lizenz betreiben, kann laut dem Strafgesetzbuch sogar eine Haftstrafte von bis zu einem Jahr nach sich ziehen.

Bieleckis Prozess scheiterte jedoch im September 2023 im ersten Anlauf. Der Richter entschied für eine Aussetzung der Hauptverhandlung, weil aus seiner Sicht dafür noch weitere Ermittlungen und Zeugen erforderlich waren.

Werbung für Online-Casinos ist in Deutschland stark reglementiert

Was im Zusammenhang mit Werbung für Online-Casinos in Deutschland erlaubt ist, regelt seit dem Jahr 2021 der neue deutsche Glücksspiel-Staatsvertrag. Ein explizites Werbeverbot für Stars und Sternchen ist darin allerdings nicht vorgesehen, solange es sich dabei um einen Anbieter mit gültiger deutscher Lizenz handelt.

Allerdings herrscht in der Zeit zwischen 6 und 21 Uhr ein absolutes Werbeverbot auf den Fernsehbildschirmen. Grundsätzlich gilt diese Regelung auch für das Ausspielen von Werbebannern im Internet und anderen Werbeflächen. Doch hier ist die Einhaltung der Bestimmungen für die Gesetzeshüter nicht immer leicht zu kontrollieren.

Ebenfalls stark geregelt ist die Art und Weise, was in der Werbung kommuniziert werden darf. Die Glücksspielbehörde verbietet beispielsweise den Einsatz verführerischer Werbemaßnahmen. Anders ausgedrückt: Den Zuschauern darf nicht vermittelt werden, dass sie durch Glücksspiel ganz einfach zu Reichtum gelangen können.

Auftrittsverbot von VIPs in UK-Werbung

Ein Blick in andere Länder zeigt, dass hier die Werbung mit Promis wesentlich strenger beäugt wird. Seit Oktober 2022 ist es für in der Öffentlichkeit stehende Personen in Großbritannien nicht mehr erlaubt, für Online-Casinos, Sportwetten und andere Glücksspiele zu werben.

Das Argument dafür lautete, dass vor allem Kinder und suchtgefährdete Personen eher dazu animiert werden, mit Glücksspielen und Sportwetten zu beginnen, wenn sie ihre Lieblingsstars in der Werbung sehen.

Die Initialzündung für das Gesetz lieferte dabei der ehemalige Kicker des FC Arsenal Paul Merson. In einer öffentlichen Diskussion meinte er, dass seine reichen Kollegen diese Werbedeals überhaupt nicht nötig haben. Ihn störte, dass die Promis vorher dafür geworben haben, die Menschen zu Sport und zu Bewegung zu animieren und nun nur noch für Glücksspiele werben.

Auch in der kanadischen Provinz Ontario tritt nächstes Jahr ein entsprechendes Werbeverbot in Kraft. Die Glücksspielbehörde „Alcohol and Gaming Commission of Ontario“ (AGCO) gab an, dass ab 28. Februar 2024 bekannte Persönlichkeiten nicht mehr für die Bewerbung von Online-Sportwettenanbietern und anderen Glücksspielen eingesetzt werden dürfen.